baestard | Zeltschule
2031
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Zeltschule

Zeltschule

Zeltschule e.V. ist eine 2016 ins Leben gerufene Initiative von Münchner Eltern und Lehrern im libanesisch-syrischen Grenzgebiet gegen die blanke Perspektivlosigkeit syrischer Kinder. Das sprichwörtliche Motto: Wir machen Schule! Wir waren im Gespräch mit Jaqueline Flory.

 

(baestard) Beschreibe kurz Euer Projekt, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Jaqueline Flory) Wir bauen Zeltschulen für syrische Flüchtlingskinder im Libanon. Vor zwei Jahren haben wir unser Projekt gestartet, mittlerweile haben wir bereits 11 Schulen und unterrichten in unmittelbarer Nähe zur syrischen Grenze täglich über 1600 Kinder. Wir wollten der humanitären Katastrophe, die sich seit Jahren im Nahen Osten abspielt, nicht tatenlos zusehen, wir wollten etwas TUN. Was ist das Ziel? Aktive Terrorismusprävention: ließen wir eine ganze Generation von Syrern im Analphabetismus aufwachsen, wären sie „leichte Beute“ für extremistische Gruppierungen. Dem Terrorismus lässt sich nur Bildung entgegensetzen.

 

Welches ist das eine Wort, das mit Eurem Projekt gleich in Verbindung gebracht werden soll?

3 Worte: Wir machen Schule!

 

Was macht Dich aus? Und was sind Deine drei fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum? 

Ich habe um mein Fußgelenk ein Zitat von Hannibal tätowiert: „Aut viam inveniam aut faciam.“ Das heißt übersetzt: Entweder ich finde einen Weg oder ich mache mir einen. Das war Hannibals Reaktion auf die Mitteilung, man könne die Alpen nicht mit Elefanten überqueren. Mir geht es wie Hannibal. Ich mag Menschen nicht, die glauben, es sei fest definiert was möglich ist und was nicht. Wir wagen viel zu wenig, geben uns viel zu schnell mit einem „das geht nicht“ zufrieden. Neben den wertvollen Beiträgen meiner vielen MitstreiterInnen bei der Zeltschule glaube ich daher, dass ich selbst vor allem die Persistenz mitbringe, die man für unser Projekt braucht. Mein Dickkopf muss eben auch mal für etwas gut sein. Außer dieser Entschlossenheit hat uns vor allem der direkte, unbürokratische Ansatz unserer Initiative und eine Menge Fleiß zum Erfolg geführt.

 

In welcher Zeit hättest Du gerne mal leben wollen? Und was würdest Du anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdest Du der Welt geben?

Ich bin Feministin und mit Reisen in die Vergangenheit kann man aus feministischer Sicht fast nur verlieren…. Allerdings hätte ich gerne zum Freundeskreis von Gertrude Stein und Alice B. Toklas gehört. Oder vielleicht hätte ich auch gerne Frida Kahlo an diesem besagten Tag davon abgehalten, mit der Straßenbahn zu fahren. Aber wer weiß, was dann aus ihrer Kunst geworden wäre? Ich glaube, es ist ganz gut, dass wir alle in unserer eigenen Zeit leben. 

 

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten?

Vielleicht ob Hannibal es über die Alpen geschafft hat? Das hat er nämlich. Und das nehmen wir als gutes Omen für unser Projekt!  

 

Zeltschule  →  http://www.zeltschule.de/

baestard
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