Bereits 2018 stellten wir Jaqueline Flory und ihre erfolgreichen Zeltschulen vor – hier nachzulesen. Ihr Engagement für syrische Flüchtlingskinder ist mittlerweile soweit gediehen, dass es ein eindrucksvolles Interesse in der Öffentlichkeit und bei den Medien erregt hat. In einer Neuauflage unseres Interviews erzählte sie uns mehr über die beachtlichen Entwicklungen ihres Projekts.

.

(baestard) Beschreibe nochmal kurz Euer Projekt, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Jaqueline) Wir bauen immer noch Zeltschulen für syrische Flüchtlingskinder, direkt in den Flüchtlingslagern im Libanon. Mittlerweile haben wir auch eine Zeltschule in einem Flüchtlingslager für Binnenflüchtlinge und eine Schule in einem „richtigen“ Gebäude in Syrien. Wir unterrichten täglich 5.300 Kinder und versorgen 20.000 mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten usw. Wir wollten der humanitären Katastrophe, die sich seit Jahren im Nahen Osten abspielt, nicht tatenlos zusehen, wir wollten etwas tun. Was ist das Ziel? Aktive Terrorismusprävention. Ließen wir eine ganze Generation von Syrern im Analphabetismus aufwachsen, wären sie „leichte Beute“ für extremistische Gruppierungen. Dem Terrorismus lässt sich nur Bildung entgegensetzen.

.

Was hat sich seit unserem letzten Interview bei Euch getan, was sich verändert?

Ganz klar: Unsere Schulen in Syrien. In Syrien leben 6 Mio. Binnenflüchtlinge. Die Schulen (und Krankenhäuser) im ganzen Land sind zerstört. Sie waren von Anfang an das Hauptziel der Bombardements. Nach den beiden Schulen, die wir dort schon eröffnet haben, werden bald 8 weitere Schulen eröffnet werden. Die Situation in Idlib ist grauenvoll. Hier helfen wir gezielt!
Im Libanon haben wir seit dem letzten Interview 2 weitere Zeltschulen eröffnet. Unsere Schulen dort werden noch lange gebraucht. Ohne Regimewechsel ist eine Rückkehr nach Syrien für die Geflüchteten nicht möglich!

.

Welche war Eure unliebsamste Entscheidung? Welche die beste? Gibt es einen Meilenstein?

So richtig unliebsame Entscheidungen gibt es nicht, allerdings kämpfen wir vor Ort im Libanon in den Camps und auch in Syrien häufig gefühlt gegen Windmühlen, weil es den Menschen dort wirklich an allem mangelt. Unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Menschen seit nun 9 Jahren überleben müssen. Die beste Entscheidung war, den Verein überhaupt zu gründen und die Möglichkeit zu haben, das Leben der Menschen zu verbessern.

.

Mit welchem einzigen Wort würdest Du Euch und Euer Unternehmen jetzt beschreiben?

(Bildungs-/Zukunfts-) Perspektive.

.

Wenn Du einen einzigen Rat zu geben hättest, wie würde dieser lauten? Woraus hat er sich entwickelt? 

Wenn du die Chance hast, das Leben eines anderen zu verbessern, nutze sie! Die Arbeit für die Zeltschule ist nicht nur für mich, sondern für alle aktiven und ehrenamtlichen Helfer eine Bereicherung.

.

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten?

Wie kann ich euch unterstützen?

Am besten durch Spenden auf das Konto: Kontoinhaber Zeltschule e.V. | IBAN: DE44 7015 0000 1004 3195 29 | BIC: SSKMDEMMXXX

.

Mehr über die Zeltschulen  →  www.zeltschule.org