Die Techniklotsen entwickeln mit über 70 Mitarbeitern maßgeschneiderte IT-Lösungen für Kunden aus dem diakonischen und kirchlichen Umfeld sowie im Bereich der ambulanten oder stationären Pflege. Mit der Betreuung von aktuell rund 500 Kunden gehören die Techniklotsen zu den führenden IT-Anbietern in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft. Wir waren mit Karsten Glied, dem Gründer und Geschäftsführer der Techniklotsen, im Gespräch, um zu erfahren, wie optimal eingesetzte Technik dem Pflegepersonal dabei helfen kann, Zeit zu gewinnen, um wieder mehr für die Menschen da zu sein.

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(baestard) Beschreiben Sie die Techniklosten, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Karsten Glied) Unser Ziel ist, die Digitalisierung der Gesundheits- und Sozialbranche positiv zu gestalten und voranzutreiben, um den aktuellen Notstand zu lindern und am Ende dafür zu sorgen, dass Menschen mehr Zeit für Menschen haben. Kurz gesagt sind wir ein IT-Dienstleister, der sich auf die besonderen Anforderungen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft spezialisiert hat. Mit über 15 Jahren Erfahrung bieten wir unsere Dienste als Techniklotsen, einer Tochtergesellschaft des evangelischen Johanneswerks Bielefeld, an. Daher kennen wir die Fragen, Nöte und Herausforderungen der Branche aus erster Hand. Wir legen extrem großen Wert auf eine faire Beratung unserer Auftraggeber und handeln immer nach drei Prinzipien: Unsere Techniklösungen müssen zuverlässig funktionieren, einfach anzuwenden und am Ende bezahlbar sein.

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Welches ist das eine Wort, das mit den Techniklotsen gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Zuverlässigkeit. Wir bekommen von Kunden häufig zu hören, dass unsere implementieren IT-Lösungen das halten, was sie bzw. wir versprechen und dass sie dazu beitragen, dass die Angestellten mehr Zeit haben. Zeit, das Pflegepersonal beispielsweise für Patient*innen oder alte Menschen aufbringen können. Das ist das schönste und beste Feedback, das ich mir vorstellen kann. Ich möchte, dass man mit den Techniklotsen verbindet, dass unsere Lösungen den Menschen verlässlich helfen.

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dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Sie aus?

Ich kann mich schnell in komplexe Systeme hineindenken und Probleme im Ganzen erfassen. Das nutze ich dazu, um unsere Projekte aus der Vogelperspektive zu betrachten. So kann ich Menschen dort abholen, wo sie gerade stehen und ihnen dabei helfen, zu verstehen, was die Digitalisierung für ihren Bereich bedeutet – beispielsweise in der Altenpflege. Damit kann ich Menschen dazu motivieren, Dinge anzunehmen und Neuerungen nicht nur zu akzeptieren, sondern tatsächlich auch zu befürworten.

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Was sind Ihre drei fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Die wichtigste Regel ist: Nicht meckern, machen! Ich habe gelernt, dass man Dinge nur dann verändern und richtig machen kann, wenn man sie selbst angeht. Dabei ist es unerlässlich, dass man Prioritäten setzt, um einen klaren Fokus zu behalten. Im Westfälischen, wo die Techniklotsen herkommen, sagt man so schön: „fertig werden“. Ich finde, dass das eine gute Maxime ist. Die letzte Regel lautet: Haltung zeigen und deutlich machen, wofür man steht. Es ist schon klar, dass man nicht immer seinen Kopf durchsetzen kann, aber zumindest sollte man sagen, „was Sache ist“.

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In welcher Zeit hätten Sie mal leben wollen? Und was würden Sie anders machen als es damals war und welche Ratschläge würden Sie der Welt geben?

Ich wäre zu Zeiten der deutschen Wende gern schon ein wenig älter gewesen. Im Jahr 1990 war ich 13 Jahre alt und habe den Fall der Mauer und alles, was da mit dran hing zwar als Jugendlicher mitbekommen. Rückblickend wäre ich zu der Zeit aber gern schon Anfang oder Mitte zwanzig und unternehmerisch tätig gewesen. Ich kenne eine Menge Leute, die damals Pionierarbeit geleistet und tolle Taten vollbracht haben, denn es war möglich, viel zu bewegen – wenn man wollte. Da wäre ich sehr gerne dabei gewesen, aber ich war damals einfach noch zu jung. Nun bietet die Digitalisierung eine neue Chance, Pionierarbeit zu leisten, darum lebe ich gerne und intensiv in der aktuellen Zeit.

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Welche Frage vermissen Sie? Wie würde Ihre Antwort darauf lauten?

Tatsächlich vermisse ich die Frage nach den Werten als Unternehmer beziehungsweise als unternehmerisch denkender Mensch.

Diese Frage fehlt meiner Erfahrung nach sehr oft. Gerade in der digitalen Welt dreht es sich häufig nur um Gewinnmaximierung – die  Werte dahinter werden oft vergessen. Viele Startups werden gegründet, um möglichst schnell ein „Unicorn“ zu werden. Doch soziale Marktwirtschaft, Verantwortung sowie Nachhaltigkeit in allen Belangen sind Tugenden, die man meiner Meinung nach beachten sollte, wenn man ein Unternehmen aufbaut. Ich denke, dass es extrem wichtig ist, für Kunden und Partner ein zuverlässiger Partner zu sein, dem der kurzfristige Erfolg nicht so wichtig ist wie der langfristige.

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Mehr über die Techniklotsen  →  www.techniklotsen.de