Haustiere gehören für viele von uns einfach zum Leben dazu. Doch was passiert wenn man sich vielleicht im Alter nicht mehr ausreichend um seine geliebten Tiere kümmern kann? Hier kommt SilberPfoten ins Spiel, eine Initiative des Tierschutzvereins Stuttgart und Umgebung e.V.

baestard war im Gespräch mit Marcel Yousef, Projektleiter von SilberPfoten, über das Zusammenleben mit Tieren trotz alters- und gesundheitsbedingter Einschränkungen, über generationsübergreifende Nachbarschaftshilfe und Dinge, die heute vielleicht nicht mehr so selbstverständlich sind.

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(baestard) Beschreibe kurz SilberPfoten, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

Bei SilberPfoten unterstützen ehrenamtliche Helfer Senioren bei der Versorgung ihrer Tiere. So können Tier und Halter auch im Alter so lange wie möglich zusammenbleiben, trotz meist zunehmender alters- und gesundheitsbedingter Einschränkungen. Die Tiere, die häufig ein wichtiger Sozialpartner und emotionaler Halt für die Senioren sind, werden so in ihrem Zuhause gut versorgt und müssen nicht weggegeben werden.

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Welches ist das eine Wort, das mit Deinem Projekt gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Nachbarschaftshilfe.

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dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Dich aus?

Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich die Chance habe, diesen Job zu machen. Menschen und ihren Tieren zu helfen, ist eine sehr selbstbelohnende Aufgabe, und das motiviert mich jeden Tag aufs Neue, mich voll dafür einzusetzen. Und mit dieser Motivation kann ich andere Menschen anstecken und ebenfalls begeistern. SilberPfoten lebt vom Engagement der vielen freiwilligen Helfer, die mitmachen und bereit sind, in der Not zu unterstützen.

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Was sind Deine drei fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Aus meiner Erfahrung heraus ist es wichtig, Visionen zu haben, sich daraus realistische Ziele abzuleiten und ebensolche Wege zu gehen. Auch Flexibilität ist in unserem Arbeitsbereich unerlässlich. In der Arbeit mit Menschen und Tieren muss man flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten reagieren und nicht dogmatisch an Vorstellungen oder Plänen festhalten. Als dritte Regel gilt für mich: optimistisch bleiben und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.

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In welcher Zeit hättest Du mal leben wollen? Und was würdest Du anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdest Du der Welt geben?

Tatsächlich lebe ich am liebsten im Hier und Jetzt – und hier gibt es tatsächlich auch genug zu tun. Als Ratschlag würde ich der Welt geben, miteinander zu leben anstatt gegeneinander, und Toleranz zu leben und nicht nur darüber zu reden. Und dies sollte sich nicht nur auf den Umgang mit Menschen beziehen, sondern auch auf den mit Tieren und der Natur.

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Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten? 

Warum ist eine Initiative wie SilberPfoten gerade in der heutigen Zeit so bedeutsam?

SilberPfoten fördert ein generationenübergreifendes Verständnis füreinander. Dadurch wächst der gesellschaftliche Zusammenhalt. Die Initiative schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Senioren können ihr geliebtes Haustier behalten, das oft das einzige ist, was sie noch haben. Das Tier bleibt in seinem gewohnten Zuhause und ist gut versorgt. Die ehrenamtlichen Helfer haben den gewünschten Kontakt zu Tieren und das tolle Gefühl, etwas Gutes für Mensch und Tier zu tun. Durch das Prinzip der Nachbarschaftshilfe fördert SilberPfoten die Gemeinschaft, die Nächstenliebe und das „Nach dem anderen sehen“-Dinge, die heute vielfach nicht mehr selbstverständlich sind.

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Mehr über SilberPfoten  →  www.silberpfoten.de

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(Foto © SilberPfoten – Marcel Yousef mit Klientin und Hund Laky)