Samaki
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Samaki

Samaki

Mark Mehler von Enactus Aachen sprach mit uns über Samaki, ein Projekt, bei dem es darum geht, Menschen des globalen Südens eine Möglichkeit zu bieten, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen. Das Projekt weiterzuentwickeln und zu verbreiten ist das Ziel dieser Fisch- und Pflanzenzucht im geschlossenen Wasserkreislauf. 

 

(baestard) Beschreibe kurz Euer Projekt, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Mark) Wir als Projekt Samaki entwickeln eine Aquaponik-Anlage, in welcher wir Fisch- und Pflanzenzucht in einem geschlossenen Wasserkreislauf betreiben. Durch symbiotische Effekte zwischen Fischen und Pflanzen entsteht ein biologischer Kreislauf. Fische und Pflanzen können dann verzehrt oder verkauft werden. Mit diesem Konzept wollen wir Menschen mit begrenztem Zugang zu Wasser in Ländern des globalen Südens die Möglichkeit geben, sich eine Lebensgrundlage zu erwirtschaften.

 

Welches ist das eine Wort, das mit Samaki gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Kreislauf. Wir wollen den Menschen nicht nur zeigen, wie man solch eine Anlage betreibt, sondern auch vermitteln, in Kreisläufen zu denken und nachhaltige Konzepte mit in den Alltag einfließen zu lassen.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Euch aus?

Unser Team zeichnet sich vor allem durch die Leidenschaft für Aquaponik aus. Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus Studierenden aller Fachrichtungen, dennoch vereint uns der Glaube, dass wir mit unserem Konzept eine wirkliche Veränderung, wenn auch zunächst nur im kleinen Maßstab, herbeiführen können. Wir wollen nicht nur ein Projekt sein, was sich auf dem Papier schön anhört, aber realistisch gesehen nicht umsetzbar ist, sondern wir wollen ausprobieren, testen, forschen und unsere Idee vorantreiben, bis wir Resultate erzielen. Einen besonderen Rückenwind bekommen wir von unserem Partner aus Uganda, mit dem wir zusammen bereits die erste Anlage vor Ort betreiben. Gemeinsam sind wir motiviert, die Anlage weiter zu verbessern, um das volle Potential unseres Konzepts ausschöpfen zu können.

 

Was sind Eure drei fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

  1. Nachhaltigkeit – Das ist das fundamentale Prinzip, auf dem wir aufbauen. Keine Entscheidung wird getroffen, ohne darüber nachgedacht zu haben, wie wir eine möglichst langfristige Lösung finden können. Dazu zählt sowohl die Wirtschaftlichkeit unserer Anlage, aber auch unser Ansatz, den Menschen nicht einfach nur eine Anlage zur Verfügung zu stellen. Wir verfolgen ein „train the trainer“-Konzept, bei welchem wir Leute vor Ort ausbilden wollen, die wiederum anderen das Wissen um unsere Aquaponik-Anlage vermitteln. 
  2. Der Mensch steht im Vordergrund – Unser Projekt verfolgt das Ziel, den Menschen vor Ort einen Mehrwert zu bieten. Wir sind uns im Klaren, dass unsere Anlage nur dann erfolgreich ist, wenn sie profitabel ist und zu einer besseren Lebensgrundlage führt. Das ist zugleich ein Spiegel, den wir uns immer vorhalten müssen. So sehr wir darauf bedacht sind, Anlagen zu bauen, dürfen wir nie aus den Augen verlieren, dass wir die Anlagen nicht für uns bauen. 
  3. Teamspirit – Wenn Motivation oder Disziplin fehlt, kann kein Projekt erfolgreich werden. Deswegen ist es uns extrem wichtig, im Team eine gute Verbindung zueinander zu haben. Das hält die Stimmung hoch und bewegt jeden dazu, das Projekt weiter nach vorne bringen zu wollen.

 

In welcher Zeit hättest Du mal leben wollen? Und was würdest Du anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdest Du der Welt geben?

Um ehrlich zu sein, ist die Gegenwart genau die Zeit, in der wir uns befinden möchten. Wir sind sehr darauf bedacht, aktuelle Probleme zu lösen und die Globalisierung macht es einfacher denn je, Menschen zu erreichen.

Dennoch wäre es sicher von Vorteil gewesen, den Gedanken der Nachhaltigkeit, welchen wir mit unserem Projekt verfolgen, schon vor einigen Jahrzehnten den Leuten näher zu bringen. So wären viele Probleme der Gegenwart vielleicht gar nicht erst aufgetreten.

 

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten? 

Was sind die aktuellen Entwicklung in eurem Projekt ?

Wir arbeiten dauerhaft an der Anlage in Uganda mit unserem Partner vor Ort. So können wir viele Erfahrungen sammeln und diese in neues Wissen umwandeln. Um unseren neuen Prototypen auszuprobieren, werden wir in den kommenden Monaten eine eigene Anlage hier bei uns in Aachen aufbauen. Darüber hinaus versuchen wir das Konzept Aquaponik weiter zu verbreiten und neue Partnerschaften zu schließen, um mehr Menschen helfen zu können. Bei unserem Ziel sind wir jedoch nicht allein. Wir gehören zum Verein „Enactus e.V“, welcher weltweit an mehr als 1.700 Hochschulen vertreten ist und über 75.000 Mitglieder umfasst, wobei unzählige soziale Projekte mit unternehmerischen Lösungen dasselbe zu erreichen versuchen: Die Welt im kleinen verbessern, um große Veränderungen herbeizuführen.

 

Mehr über Samaki  →  www.enactus.de/aachen/projekte / Instagram: hier

 

(Foto mit Oliver Reisen © Lennart Mielke)