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Ramp-Up.me

Ramp-Up.me

Barrieren abbauen, neue Perspektiven aufzeigen und dass die Vielfalt des Miteinanders zwischen Menschen mit und ohne Behinderung eine Selbstverständlichkeit wird. Dies ist das Ziel von Ramp-Up.me, einem Projekt der Sozialhelden e.V. Für viele ist es eine absolute Selbstverständlichkeit, für behinderte Menschen leider noch immer nicht – die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, öffentlichen Ereignissen und Events. Dabei würden bereits Kleinigkeiten das Leben eines behinderten Menschen erleichtern und diesem die Möglichkeit eröffnen, ohne größere Probleme an öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen. baestard war im Gespräch mit Jonas Karpa von den Sozialhelden über Inklusion, Sensibilisierung und welche Kleinigkeiten er in den Blick rücken möchte.

 

(baestard) Beschreibe kurz Euer Projekt, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Jonas) Unser Projekt Ramp-up.me berät Veranstalter*innen und Kulturschaffende, wie sie ihre Events barrierefrei und inklusiv gestalten können und somit für ein großes, vielfältiges Publikum zugänglich machen. Dabei beschränken sich die Barrieren nicht auf Stufen oder Treppen, sondern es geht beispielsweise auch um eine sensible Sprache. Wir haben die Informationen in drei Kategorien eingeteilt: Was braucht es, um barrierefrei Werbung für das Event zu machen? Was muss das Gebäude bieten, damit möglichst viele Leute Zugang haben? Und sind die Speaker*innen divers gewählt?

 

Welches ist das eine Wort, das mit Ramp-Up.me gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Inklusiv würde es wohl am besten beschreiben. Denn wenn wir es – auch mit Hilfe unseres Projektes – schaffen, Barrieren abzubauen und den Zugang für möglichst viele Menschen zu ermöglichen, haben diese die Chance auf Teilhabe, auch Teilhabe an der Gesellschaft.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Euch aus?

Wir sind bei Ramp-Up.me als „Expert*innen in eigener Sache“ unterwegs. Unser Team besteht aus Menschen mit und ohne Behinderung, die bei unseren Beratungen ihre ganz persönlichen Erfahrungen einfließen lassen. So können wir zum Beispiel vor Ort testen, ob die angeschaffte Rollstuhlrampe nicht zu steil ist oder die Hinweisschilder auch für Menschen mit Sehbehinderung erkennbar sind. Wir haben selbst als Speaker*innen erlebt, dass es Barrieren gab, wodurch wir unseren Talk nicht realisieren konnten. Diese Situation wünschen wir uns nie wieder und haben deshalb Ramp-Up.me aufgebaut. Außerdem wollen wir niemanden beschuldigen, nicht an behinderte Menschen gedacht zu haben. Wir wollen durch unsere Perspektive Dinge aufzeigen, die man barrierefreier und inklusiver gestalten kann.

 

Was sind Deine „drei“ fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

  • Uns ist wichtig, unsere Expertise in eigener Sache einzubringen. Es bringt nur sehr wenig, wenn eine Person, die nicht im Rollstuhl unterwegs ist, über rollstuhlgerechte Zugänge urteilt.
  • Wir setzen uns mit den Veranstalter*innen zusammen und schauen gemeinsam nach Lösungen. Dabei geht es um das Schärfen des Bewusstseins für Barrieren und andere Perspektiven. 
  • Durch Ramp-up.me und den enthaltenen Tipps auf unserer Webseite möchten wir auch zeigen, dass es manchmal gar nicht so viel Aufwand benötigt, um Veranstaltungen barrierefrei zu planen. Eine Rollstuhlrampe, ein Programmheft in leichter Sprache, eine Homepage, die für blinde Menschen mit Hilfe eines Screenreaders lesbar ist – das sind alles kleine Anpassungen, die unmittelbar für eine bessere Zugänglichkeit sorgen. Gleichzeitig appellieren wir an Veranstalter*innen, dass Barrierefreiheit genauso in das Budget einer Veranstaltung kalkuliert werden muss wie das Honorar für Speaker*innen.

 

In welcher Zeit hättet Ihr gerne mal leben wollen? Und was würdet Ihr anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdet Ihr der Welt geben?

Ich glaube, es ist besser, in die Zukunft zu blicken. Uns geht es weniger darum zu schauen, was damals vielleicht nicht so gut war, sondern wie wir Situationen im Hier und Jetzt verbessern können. Ein sehr uneigennütziges Ziel wäre es natürlich, wenn unser Projekt Ramp-Up.me irgendwann obsolet würde, da Barrierefreiheit und Vielfalt selbstverständlich geworden sind.

 

Welche Frage vermisst Ihr? Wie würde Eure Antwort darauf lauten?

Wie starten wir?

Veranstalter*innen sollten sich immer fragen: Wen möchte ich erreichen? Inklusiver zu werden ist ein wichtiger Vorsatz, der viele kleine Schritte erfordert. Dabei ist völlig klar, dass man nicht alles auf einmal verbessern kann. Aber man kann damit anfangen, die Bedürfnisse des Publikums abzufragen, um besser vorbereitet zu sein. Man kann für die Pause Stehtische und niedrigere Tische für Rollstuhlfahrer*innen oder Personen, die sich hinsetzen wollen, bereitzustellen. Man kann seine Vortragsfolien kurz mündlich für blinde Menschen beschreiben. Hauptsache man fängt irgendwo an.

 

Mehr über Ramp-Up.me  →  www.ramp-up.me

 

Foto © Andi Weiland (Gesellschaftsbilder.de)

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