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Namaste Nepal S-GmbH

Namaste Nepal S-GmbH

Namaste bedeute sinngemäß „Ich grüße das Göttliche in dir“ und ist ein(e) unter Hindus und Buddhisten verbreitetes Grußwort und Geste. Aber nicht nur, gleichwohl ist es der Name einer ungewöhnlichen Firma, der Namaste Nepal S-GmbH, eine Schülerfirma des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aus Freiberg. Durch das Einwerben von Spenden und den eigenen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb schaffen die Schüler die finanziellen Voraussetzungen, um im nepalesischen Bergdorf Gati und dessen Nachbardörfern die Lebens- und Bildungssituation langfristig zu verbessern. Die Schülerinnen und Schüler zeigen uns, was bereits junge Menschen auf die Beine zu stellen im Stande sind und welche Kreativität sie mitbringen, um gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Ihre Ideen und ihr kontinuierliches Engagement wurden 2018 mit dem 1. Platz im Bundes-Schülerfirmen-Contest belohnt, einer alljährlich stattfindenden Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums. Im Gespräch mit Manja, Jördis, Max und Steffen erfuhren wir mehr über ihre Schülerfirma, ihre Beweggründe und Erfahrungen.

 

(baestard) Beschreibt kurz Eure Schülerfirma, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Manja, Jördis, Max und Steffen) Das Hauptziel unserer Projekte ist es, die Bildungs- und Lebenssituation in unserem Partnerdorf Gati sowie in den weiteren sechs Dörfern, die auch zur Gemeinde gehören, langfristig zu verbessern – schließlich ist Bildung ein Menschenrecht. Dabei ist es uns sehr wichtig, unsere Projekte nachhaltig und auf Augenhöhe zu gestalten. Die benötigten finanziellen Mittel erwirtschaften wir durch das Einwerben von Spenden und unseren eigenen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Um unsere Ideen noch mehr in die Breite zu tragen, konnten wir weitere vier Schulen anstecken und arbeiten aktuell in einem kleinen Netzwerk mit unseren Projektpartnern in Nepal (der NGO Namaste Nepal Kathmandu) zusammen.

 

Welches ist das eine Wort, das mit der Namaste Nepal S-GmbH gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Schülerfirma. Wir denken es steckt in unserem Namen – der Zusatz „S-GmbH“ steht für „Schülerfirma“. Die Schülerfirma ist ein Ort des Lernens – für uns, aber auch für andere. Wir sind keine Profis in der Entwicklungszusammenarbeit, aber wir wissen, wie es im kleinen Maßstab geht. Viele Wörter können den Charakter unseres Projekts beschreiben, aber was uns von den zahlreichen Hilfsorganisationen unterscheidet, ist, dass unsere von Schülern getragen wird.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Euch aus?

Wir sind eine Schülerfirma, d.h. wirtschaftlich unerfahrene, junge Leute mit kreativen Ideen kommen zusammen und bewegen etwas gemeinsam. Jedes Jahr kommen neue Gesellschafter dazu und Abiturienten treten aus. Der ständige Wechsel erschwert die Arbeit zum einen, bringt allerdings auch immer frischen Wind in die Firma. Wir verlieren nie den Mut und beginnen, wenn nötig, auch noch mal ganz von vorn – wie 2015 nach dem starken Erdbeben in Nepal. Im Ergebnis haben wir die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um sieben zerstörte Schulen gemeinsam mit unseren Projektpartnern wieder aufzubauen. „Dream big“ – wir haben groß geträumt, konnten viele Unterstützer mobilisieren und haben unglaublich viel geschafft. Was uns auch auszeichnet: Tue Gutes und rede darüber.

 

Was sind Eure „drei“ fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Selbstbestimmung. Wir haben „Ja“ gesagt und eine Idee mit Leben erfüllt. Wir hatten beim Start des Projektes keine Vorstellung vom Ergebnis. Wenn das Risiko kleiner ist, als das, was man erreichen kann, dann mach es – dann setze die Idee um, übernimm Selbstverantwortung. Ohne diesen Ansatz wäre unser Projekt nie entstanden.

Oder Selbstbestimmung anders: Mit der Verbesserung der Bildungssituation in Gati VDC haben vor allem die Mädchen die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben.

Teamfähigkeit. Nach innen wie auch nach außen. Um Menschen zu helfen, muss man mit ihnen arbeiten, nicht für sie. Wenn Offenheit für Neues, Achtsamkeit in der gemeinsamen Arbeit und Empathie gegenüber anderen Menschen unser Handeln bestimmen, sind wir auch erfolgreich. Es lohnt sich, über den Tellerrand zu schauen.

Das Zauberwort Liebe. Wir sind uns sicher: Wenn man seine Arbeit liebt, kann man sie viel kreativer, konzentrierter, engagierter und erfolgreicher ausführen. Bei den Mitgliedern der Schülerfirma wächst diese Liebe während der jährlichen Nepalreise (wird von uns selbst bezahlt). Wenn wir mit eigenen Augen in die glücklichen Gesichter der Nepali sehen, ist dies ein unbeschreiblich schönes Gefühl und unsere Herzen schlagen schneller, auch für die Schülerfirma.

 

In welcher Zeit hättet Ihr gerne mal leben wollen? Und was würdet Ihr anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdet Ihr der Welt geben?

Warum damals? Wir beamen uns in die Zukunft – in das Jahr 2040 – und wollen sehen, was unsere Schülerfirma bewirkt hat. Es sieht gut aus – die Arbeit „unserer“ Schülerfirma am Geschwister-Scholl-Gymnasium ist sehr erfolgreich und das Schülernetzwerk Namaste ist ein Big Player. In Gati VDC können die Dörfer ihre Schulen fast schon selbst finanzieren. Die Projekte der Schüler zur Selbsthilfe waren erfolgreich und der Kaffee aus Gati ist nicht nur in Deutschland gefragt.

Und wenn wir schon beim Positiven in der Zukunft sind: Global hat sich bestätigt, dass die Verbesserung der Bildungssituation in den Ländern des Südens (Umsetzung des Artikels 26 – Recht auf Bildung), und die Konzentration auf dezentrale Strategien der Entwicklungszusammenarbeit der richtige Weg sind.

Politiker setzen mehr auf Zusammenarbeit und Problemlösungen. Wirtschaftslobbyismus gehört in der Politik der Vergangenheit an. Aktuell steigt die Erderwärmung nicht mehr als um zwei Prozent und Kreuzfahrtschiffe dürfen seit 20 Jahren nur noch solarbetrieben in See stechen. Das Artensterben wurde eingeschränkt und die Fläche des Regenwaldes hat sich seit 2025 nicht verringert. Der Eintrag von Plastikmüll in die Weltmeere ist kein Thema mehr. Die Schere zwischen arm und reich ging in vielen Ländern seit 2025 nicht weiter auseinander.

 

Welche Frage vermisst Ihr? Wie würde Eure Antwort darauf lauten?

Es sind zwei Fragen.

  • Ihr wollt anstecken, warum?

Wenn unser Schülernetzwerk in Zukunft 100 Schulen umfasst und jede einzelne Schülerfirma jährlich ein Ergebnis von 10.000 EUR aus Spenden und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb erwirtschaftet, dann sind dies eine Million Euro jedes Jahr für bessere Bildung auf dieser Welt – dream big.

  • Wenn Interesse an eurer Arbeit besteht, wie kann man euch erreichen?

Die Kontaktaufnahme funktioniert am einfachsten über unsere Homepage www.nepalfreiberg.de oder direkt per Mail an projektkoordinator@nepalfreiberg.de.

 

(Foto © Max Porstmann)

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