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mimycri

mimycri

Geschichte tragen. 2015, zerstörte Gummiboote, umringt von Haufen an Rettungswesten geflüchteter Menschen. Diese Bilder, aufgenommen an griechischen Stränden, kennt fast jeder von uns. Dies war aber auch die Geburtsstunde von mimycri, eine Idee von Nora Azzaoui und Vera Günther. Die beiden upcyceln mit ihrer gemeinnützigen Organisation kaputte Flüchtlingsboote und stellen daraus handgefertigte Taschen her, die eine einzigartige Geschichte in sich tragen. baestard im Gespräch mit Vera über ihre Idee, ihre Hoffnung und eben mimycri.

 

(baestard) Beschreibe kurz mimycri, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Vera) mimycri ist ein Berliner Design Ad-Venture, das Geschichten in Designgegenstände verwandelt. Aktuell designen und fertigen wir gemeinsam mit Menschen mit Fluchterfahrung Taschen und Rucksäcke aus kaputten Flüchtlingsbooten. Dadurch schaffen wir innovative Berührungspunkte mit dem Thema Flucht und Integration und laden Menschen dazu ein, ihren Blickwinkel zu ändern.

 

Welches ist das „eine“ Wort, das mit mimycri gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Change perspective.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Euch aus?

Wir sind ein Team unterschiedlichster Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen. Wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen kreativ sein können und wollen alle dazu ermutigen, dies zu tun. Wir haben Lust zu provozieren und gleichzeitig Brücken zu bauen. Wir passen in keine Schublade.

 

Was sind Eure „drei“ fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

  1. Netzwerk. Denn „zusammen sind wir stärker“.
  2. Glaub nicht, dass es einfach ist, weil das ist es nicht. Aber deshalb machen wir auch nicht, was wir machen.
  3. Just try! So vieles kann klappen. Man muss es nur erstmal probieren.

 

In welcher Zeit hättet Ihr gerne mal leben wollen? Und was würdet Ihr anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdet Ihr der Welt geben?

Hui, große Frage. Wir fühlen uns schon sehr richtig in dieser Zeit. Wir machen vieles anders, als es heute normalerweise läuft: wir produzieren in Deutschland, wir stellen Menschen ein, die sonst Schwierigkeiten dabei haben, Arbeit zu finden. Wir arbeiten mit historischem Material, unsere Produkte sind Kommunikationsmittel und nicht nur Konsumgut. Wir sehen mimycri als ein kleines Beispiel dafür, wie eine integrative und regenerative Gesellschaft aussehen kann. Ratschläge geben ist nicht unser Style, aber wir wollen der Welt gerne sagen: Wir haben immer die Wahl. Auch wenn das anstrengend ist, bedeutet das, dass jeder einzelne Mensch die Welt mitgestaltet und verändert. Und das ist geil!

 

Welche Frage vermisst Ihr? Wie würde Eure Antwort darauf lauten?

Diese Frage ist für uns super wichtig: Was braucht es, dass eine integrative und regenerative Welt möglich ist?

Unsere Antwort dazu: Es braucht eine Kultur des Wandels, bei dem Veränderung nicht mehr nur Angst macht. Es braucht politische Ansätze, die allen Menschen die Möglichkeiten geben, sich weiter zu entwickeln und zur Gesellschaft beitragen. Es braucht ein wirtschaftliches System, das soziales und ökologisches Kapital gleichermaßen einbezieht wie ökonomisches. Solange der Status Quo ein System ist, das auf Ungleichheit und Umweltzerstörung aufbaut, werden wir nicht weiter kommen. Innovative, nachhaltige Ansätze müssen finanziell gefördert werden, damit sie Schritt für Schritt den Status Quo ablösen können. Wir können nur sagen: wir sind hier und wir haben Bock!

 

Mehr über mimycri  →  www.mimycri.de

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