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Male Feminists Europe

Male Feminists Europe

Was bedeutet das – männlicher Feminist? Was heißt es, einer zu sein und liegt nicht eigentlich ein Widerspruch zwischen ‚männlich‘ und ‚Feminist‘? Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Verantwortung für alle Männer, so Robert Franken. Er und sein Kollege Henrik Marstal sind die Gründer und Initiatoren des Projekts Male Feminists Europe – eine Plattform der Debatte zu Perspektiven des Feminismus, Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit speziell auch für Männer, von denen viele noch immer keinen Zugang zum Feminismus und ihrer eigenen Verantwortung zu haben scheinen. Robert über Frauen, Männer und Gerechtigkeit…

 

(baestard) Beschreibe kurz male-feminists-europe.org, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Robert) Wir wollen Männern zeigen, dass Feminismus kein Thema allein für Frauen ist. Sie sollen erfahren, welche Chance zur eigenen Repertoire-Erweiterung die Beschäftigung mit dem Feminismus birgt – aber auch, dass Männer dann ein Teil des Problems sind, wenn sie sich nicht auf den Weg machen, Teil der Lösung zu werden. Der Schlüssel ist die Beschäftigung mit dem eigenen Privileg und mit dessen Konsequenzen für Menschen, die nicht der Norm entsprechen.

 

Welches ist das eine Wort, das mit male-feminists-europe.org gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Demut. Es bedarf einiger Reflexion, bis man nicht mehr glaubt, zu allem etwas zu sagen zu haben. Statt dessen lernt man über den Wechsel der Perspektiven Schritt für Schritt, wie sich die Welt aus anderen Erfahrungsräumen darstellt.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Dich aus?

Mich treibt ein großes Gerechtigkeitsbedürfnis an. Ich mache es mir selten leicht, wenn es um Themen geht, bei denen ich eine klare Haltung haben will. Dabei bin ich emotional kein bisschen abgeklärt, was mich mitunter sehr verletzlich macht.

 

Was sind Deine „drei“ fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Authentizität, Empathie und eine gewisse Kompromisslosigkeit. Ich möchte jederzeit in den Spiegel blicken können und mich nicht verbogen haben. Dabei will ich anerkennen, wie es anderen Menschen geht und welche Herausforderungen sie zu meistern haben. Ich bleibe bei meinen Prinzipien, auch und gerade dann, wenn es vermeintlich verlockende Angebote gibt. Ich bin nicht bestechlich.

 

In welcher Zeit hättest Du gerne mal leben wollen? Und was würdest Du anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdest Du der Welt geben?

Mich fasziniert aktuell der Kampf der Frauen um das Wahlrecht, dessen Einführung sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt. Ich hätte gerne versucht, die Männer schon damals zu viel mehr Unterstützung zu motivieren. Und ich bin mir dessen bewusst, dass ich wahrscheinlich gescheitert wäre. 

 

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten?

Warum gehst Du nicht in die Politik?

Weil vermutlich meine Energie und meine emotionale Stabilität nicht ausreichen. 

 

Mehr über Male Feminists Europe  →  www.male-feminists-europe.org/

 

(Foto © Martina Goyert)

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