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IP/privacy

IP/privacy

Privatsphäre, Raum und Identität. Drei einfache Begriffe. Wirklich? Welche Bedeutung haben diese Begriffe für uns in der Gegenwart und was werden sie in Zukunft für uns bedeuten? Mit ihrem Projekt IP/privacy greift Nicole Scheller aktiv das Thema Big Data und digitale Überwachung unseres Alltages auf, welche fast unbemerkt, aber unaufhörlich zunimmt. Mit der Entwicklung von Multimedia und der zunehmenden digitalen Vernetzung ist die Privatsphäre zu einem abstrakten Begriff geworden. Den meisten Menschen fehlt das Bewusstsein, dass die Überwachung ständig an öffentlichen Orten und sogar direkt über unsere Heimgeräte und Social-Media-Kanäle zunimmt. Und selbst wenn die Problematik erkannt wird, wird diese meistens akzeptiert, oftmals aus reiner Bequemlichkeit oder Ignoranz. „Ich habe doch nichts zu verbergen“ hört man dann ganz schnell. Solch eine Perspektive einzunehmen zeigt aber, nicht wirklich zu verstehen, welche Konsequenzen es langfristig für unsere Gesellschaft und somit für jeden einzelnen von uns haben wird. baestard war im Gespräch mit Nicole über Ihr Projekt IP/privacy, Ihre Perspektive und worüber wir uns vielleicht Gedanken machen sollten.

 

(baestard) Beschreibe kurz IP/privacy, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Nicole) Hinter IP/privacy steht eine intelligente Kollektion, mit dem sich der Träger seine Privatsphäre im urbanen Raum bewahren kann, ohne ständig von Überwachungssystemen wie z.B. von einer Nachtsichtkamera oder Systemen mit automatischer Gesichtserkennung aufgenommen zu werden. Dies wird einerseits durch technische Lösungen, die in die Kleidung eingebracht werden, als auch durch das Design selbst realisiert. Neben den Kleidungsteilen möchte ich mit IP/privacy den bewussten Umgang mit Daten näher bringen und wie wichtig Privatsphäre für unsere Persönlichkeitsentwicklung ist.

 

Welches ist das eine Wort, das mit IP/privacy gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Privatsphäre. Besonders in unserem schnelllebigen digitalen Umfeld ist wichtig, sich digitale „Offline Räume“ oder auch physische Rückzugsräume zu schaffen, indem man sich unbeobachtet fühlt. Diese Rückzugsräume sollen frei von Bewertung sein und sollen jedem ermöglichen, sich seiner Persönlichkeit entsprechend frei zu entfalten.

 

dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Dich aus?

Wenn ich wirklich überzeugt von einer Idee bin, dann arbeite ich sehr leidenschaftlich dafür und investiere viel Herzblut. Diese Energie investiere ich auch in IP/privacy. Der Einsatz ist auch notwendig, um neue Lösungsansätze für das Projekt zu finden. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, da sich Überwachungstechnologien auch weiterentwickeln, heißt es für mich, dranbleiben!

 

Was sind Deine „drei“ fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Das versuche ich auch noch herauszufinden. (lacht) Ich denke, es ist wichtig, authentisch zu bleiben und seine Arbeit zu hinterfragen, und wenn nötig, etwas Abstand davon zu nehmen. Das hilft mir, zumindest Dinge wieder klarer sehen zu können und in Kombination mit einem gewissen Ehrgeiz neue Wege zu beschreiten. Die Überzeugung für das Projekt und das Thema erledigt dann den Rest.

 

In welcher Zeit hättest Du gerne mal leben wollen? Und was würdest Du anders machen als es damals war und welche Ratschläge würdest Du der Welt geben?

Ich denke, wir leben schon heute in sehr spannenden Zeiten, in denen auch noch sehr viel geändert werden sollte. Daher ist es wichtig, gerade hier anzusetzen, um mögliche Änderungen für die Zukunft zu erzielen. Ich würde die Frage eher gegenteilig beantworten und mich fragen, welche Auswirkungen mein jetziges Handeln auf die Zukunft haben wird. In Anbetracht von IP/privacy wäre es spannend zu sehen, wie sich zukünftig mehr Leute Gedanken um ihre Privatsphäre und ihre Daten machen würden, ohne dass es den Scham eines notwendigen Übels hat. Meine Ratschläge: 1. Überlegt euch gut, was ihr im Netz postet oder teilt, ihr könnt nicht vorhersehen, welche Nachwirkungen sich daraus ergeben könnten. 2. Hinterfragt, welche Zugriffsberechtigungen bestimmte Apps haben möchten oder welche Daten für verschiedene Gewinnspiele benötigt werden. 3. Ein „gefällt mir“ sagt mehr als tausend Worte und lässt erahnen, welche Interessen ihr habt oder in welchem Personenkreis ihr euch bewegt.

 

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten?

Unschuldsvermutung adé?

Grundsätzlich ist es nicht möglich, ausschließlich ausgewählte Personen zu überwachen. Auch wenn du „nichts zu verbergen hast“, bist du schon einmal in das Fadenkreuz einer Überwachungskamera gelangt. Die flächendeckende Überwachung widerspricht der Unschuldsvermutung – einem Grundsatz unseres rechtsstaatlichen Systems. Jeder kann als potentieller Täter oder kriminelle Person in einer Datenbank landen.

 

Mehr über IP/privacy  →  www.nicole-scheller.com

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