Das Marketing ist wie ein Hochgeschwindigkeits-Parcours, wo Reichweitenmessungen den Ausschlag geben, aber oft ohne erkennbare Wirkung. Hier kommt die junge Strategieagentur CRTN für datengetriebenes Marketing ins Spiel. Wo die Agentur ansetzt und das Marketing besser macht, verriet uns Jasper von Hardenberg (CEO) im Gespräch.

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(baestard) Beschreiben Sie kurz Ihr CRTN, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Jasper von Hardenberg) CRTN hilft Unternehmen dabei, auf Basis von Daten die für das Marketing richtigen Entscheidungen zu treffen und somit erfolgreich zu arbeiten. Wir verstehen uns als neutralen Sparringspartner für Marketingentscheider. Wir helfen bei der Steuerung von Marken und Kommunikationskampagnen und begleiten Marketing-Teams durch sämtliche Stufen der digitalen Transformation hin zu einem datengetriebenen Tagesgeschäft. Wir sind ein noch junges Unternehmen, das Andrew Santos, Paul Ledder und ich 2018 in Berlin gegründet haben. 

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Welches ist das eine Wort, das mit CRTN gleich in Verbindung gebracht werden soll?

Wir haben uns nicht umsonst CRTN genannt. CRTN wird „certain“ ausgesprochen und soll für „Sicherheit im Marketing“ stehen. Zu viele Entscheidungen im Marketing und in der Kommunikation werden aus dem Bauch heraus ohne solide Grundlage geschaffen. Wir helfen Marken auf strategischer und operativer Ebene, das volle Potential auszuschöpfen, indem sie vorhandene Daten sinnvoll nutzen und neue Daten erheben. Auf Basis derer können sie dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die richtigen Schlüsse ziehen.

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dream big and start small, prepare to fail. Ein Pionier-Klassiker, der allen immanent ist. Aber so unterschiedlich wie jede Idee ist auch die Persönlichkeit dahinter. Was macht Sie aus?

Man sagt mir nach, dass ich nicht nur Ideen habe, sondern auch ganz gut darin bin, andere hinter diesen Ideen zu versammeln. Eine Unternehmensidee ist ja am Ende quasi wie ein Lagerfeuer, um das herum alle Platz nehmen. Mitarbeiter und Kunden. Und gut wird das Lagerfeuer erst durch die unterschiedlichen Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten, die sich darum versammeln und zu interagieren beginnen. Darum geht es mir.

Mir ist es wichtig, unsere Mitarbeiter nicht streng zu führen, sondern eher eine Richtung vorzugeben, damit jeder selbst verstehen kann, was richtig und was falsch ist, jeder selbst aus seinen Fehlern lernen kann und einen eigenen Antrieb entwickelt, Dinge besser machen zu wollen. Ein Schema F vorzugeben und zu schulen, funktioniert für Strategiearbeit nicht. Menschen, denen diese freie, eigenverantwortliche Arbeitsweise liegt, finden bei uns ein Umfeld, wo die Arbeit Spaß macht. 

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Was sind Ihre drei fundamentalen Regeln für den Erfolg? Warum?

Mach Dich bei allem stets überflüssig. Solange ich angestellt war, hatte ich den Anspruch an mich, in der Sache annähernd perfekt zu sein. Und das war zu der Zeit auch vollkommen richtig. Als Unternehmer kann man aber nicht alles selbst machen. Und das darf man auch nicht. Du musst als erfolgreicher Unternehmer an und nicht in der Firma arbeiten und der Entwicklung möglichst immer zwei, besser sogar drei Schritte voraus sein.

Hör niemals auf, Dich selbst (und somit die Firma) zu hinterfragen. Ich liebe Bergsteigen. Was ich daran besonders mag, ist, wenn man auf dem Weg zum Gipfel die Baumgrenze hinter sich lässt und man in beide Richtungen blicken kann. Man also klar sieht, wie weit man schon gekommen ist, aber auch welchen Weg man noch vor sich hat. Auf einmal weiß man, ob man sein Tempo und seine Kräfte richtig eingesetzt hat und ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Genauso ist es auch als Unternehmer. Du musst in der Lage sein, Dich über das bisher Erreichte zu freuen – aber nur wenn Du dabei auch gleich an den nächsten Schritt denkst. Ich bin überzeugt davon, dass man nur dann dauerhaft erfolgreich sein kann, wenn man niemals aufhört nach dem besten Weg zu suchen, egal wie oft man einen Berg schon erklommen hat.

Easy Decisions – Tough Life. Tough Decisions – Easy Life. Dieses Mantra habe ich bei Lea-Sophie Cramer, der Gründerin von Amorelie gehört. Und seitdem versuche ich, obwohl ich ein per se nach Harmonie strebender Mensch bin, danach zu leben. Unangenehme Entscheidungen werden nur dadurch unangenehm, dass man sie vor sich herschiebt. Je schneller und konsequenter man – am besten gemeinsam – auch unangenehme Entscheidungen trifft, desto leichter wird alles.

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In welcher Zeit hätten Sie mal leben wollen? Und was würden Sie anders machen als es damals war und welche Ratschläge würden Sie der Welt geben?

Wäre ich ein gemütlicher Mensch, würde ich mich in die 80er und 90er des letzten Jahrhunderts zurücksehnen. Das wirtschaftliche Wachstum und die medialen Rahmenbedingungen haben damals dazu geführt, dass man mit recht simplen Geschäftsmodellen sehr lange gutes Geld verdienen konnte.

Und doch entscheide ich mich für das Jetzt und die Zukunft. Ich kann mir keine spannendere Epoche vorstellen als die, in der wir leben: Die Digitalisierung bringt endlose Möglichkeiten für große Herausforderungen zutage – ganze Branchen und Industrien werden neu sortiert bzw. entstehen erst. Ich liebe, dass wir im Jahr 2020 ständig neue Fragen zu lösen haben und nicht wie früher in der Geschichte alles nach dem gleichen Schema lösen. Sonst wäre mir sehr schnell langweilig.

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Welche Frage vermissen Sie? Wie würde Ihre Antwort darauf lauten?

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?

Meine Familie und ihre Gesundheit.

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Mehr über CRTN → www.crtn.io