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arekapak

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Das erste Interview mit den Gründerinnen von arekapak – Nicole Plock und Alexandra Matthies – ist schon eine Weile her, nachzulesen hier. Seitdem hat sich bei den beiden so einiges getan. Wie es mit ihrer Idee einer originellen Lösung für Verpackungen weiterging, erzählte uns Alexandra in einer Neuauflage unseres Interviews gleich hier.

 

(baestard) Beschreibe nochmal kurz Euer Unternehmen, möglichst in drei Sätzen. Was ist das Ziel?

(Alexandra) arekapak ist eine nachhaltige Verpackungslösung. Wir gestalten Produktverpackungen aus dem Blatt der Arekapalme, das in Indien als Agrarnebenprodukt anfällt und ganz ohne chemische Zusatzstoffe in Form gebracht werden kann. So sind die Verpackungen 100% natürlich und kompostierbar. 

Unser Ziel ist es, möglichst viele Kunststoffverpackungen zu ersetzen, indem wir eine echte ökologische, aber gleichzeitig ansprechende und funktionale Alternative bieten. 

 

Was hat sich seit unserem letzten Interview bei Euch getan, was sich verändert?

Letztes Jahr um diese Zeit bahnte sich das Ende im Förderprogramm des Berliner Startup-Stipendiums an und wir mussten uns so langsam Gedanken machen, wie es ohne das feste Einkommen weitergehen würde. Auf viele Fragen der Geschäftsentwicklung und Produktionsumsetzung hatten wir noch keine Antworten. Wir waren noch nicht offiziell gegründet und fragten uns, welche Finanzierung die richtige ist.

Anfang des Jahres wurde es dann ernst: die Arekapak GmbH wurde ins Handelsregister eingetragen und wir konnten mit dem Produktionsaufbau in Indien starten. Wie herausfordernd das werden würde, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Nach einem Herstellerwechsel, einigen gedrehten Ehrenrunden und vielen „by tomorrow“-Vertröstungen schafften wir es, erfolgreich Erstmuster zu produzieren. Jetzt sind wir kurz vor dem Abschluss unseres Pilotprojektes für einen Kunden aus dem Catering-Bereich, der syrisches Streetfood mit Flüchtlingen zubereitet.

Der nächste Schritt wird es sein, die Produktion auszubauen und Produkte zwischen zu lagern. 

Dafür brauchen wir natürlich Geld. Glücklicherweise haben wir gerade einen Platz in einem Accelerator-Programm inklusive Funding ergattert. Eine Crowdfunding-Kampagne ist auch in Arbeit. 

 

Welche war Eure unliebsamste Entscheidung? Welche die beste? Gibt es einen Meilenstein?

Eine schwierige Entscheidung war lange die Frage der passenden Finanzierung. Geld fällt ja leider nicht vom Himmel. Mit Investoren an Board ist man nicht mehr unabhängig, kann aber auch schneller wachsen. Obwohl wir interessante Angebote bekamen, entschieden wir uns erstmal, es selbst und aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren, weil uns bei einer etwas unberechenbaren indischen Produktion Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit wichtig ist.

Die eigenen Ersparnisse einzusetzen, zusätzliche Nebenjobs aufzunehmen und eine Crowdfunding-Kampagne umzusetzen, sind zwar aufwändiger und ungewisser, aber für uns fühlt es sich trotzdem erstmal freier an. Wir sind aber weiterhin mit ein paar Privatinvestoren in Kontakt, die unsere Entscheidung respektieren und deren Angebot auch für die Zukunft steht. 

Meilensteine gab es schon viele. Das Gründerstipendium zu bekommen war sicherlich entscheidend, dass wir das Projekt überhaupt begonnen haben. Ohne diese Unterstützung hätten wir vermutlich nicht weitergemacht. Zusätzlich war die Auszeichnung als „Kultur- und Kreativpiloten“ ein riesiger Gewinn. Das Netzwerk, die Motivation, aber auch die mediale Aufmerksamkeit haben uns bis heute extrem viel genutzt. Von Anfang an Unterstützung zu suchen und uns für all diese öffentlichen Förderprogramme zu bewerben, war auf jeden Fall die beste Entscheidung.

 

Mit welchem einzigen Wort würdest Du Euch und arekapak jetzt beschreiben?

Das Wort „Mehrwert“ passt immer noch für das Produkt. An unserem Ziel, Verpackungen anzubieten, die mehr sind als Müll, daran hat sich nichts geändert. 

Mit unserem Unternehmen wollen wir aber auch für „Veränderung“ stehen. Wir wollen ganz bewusst anders kommunizieren, persönlicher und transparenter sein als die konventionelle Verpackungsindustrie.

 

Wenn Du einen einzigen Rat zu geben hättest, wie würde dieser lauten? Woraus hat er sich entwickelt? 

Habe Angst und tue es trotzdem! Den Mut zu haben, Dinge zu tun, die größer erscheinen als man selbst, ist so wichtig für die eigene Entwicklung und für die ganze Gesellschaft. Ohne Ängste zu überwinden, etwas anders oder neu zu machen, gäbe es ja keinen Fortschritt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr man mit seinen Aufgaben wächst, wenn man die eigenen Grenzen überschreitet.

 

Welche Frage vermisst Du? Wie würde Deine Antwort darauf lauten?

In unserem Interview im letzten Jahr sagten wir den fröhlichen Satz: „Nach der digitalen Revolution kann jetzt die grüne Revolution kommen. Wir sind optimistisch!“ 

Die Klimakrise ist in diesem Jahr, 2019, so präsent und wird so kontrovers diskutiert wie nie zuvor. Blicken wir immer noch so optimistisch in die Zukunft? Wir wissen es nicht. Kleine Aktionen einzelner Menschen reichen nicht mehr. Es geht nicht sanft und gemütlich. Wir haben keine Zeit. Es muss unbequem werden. 

Da fragen auch wir uns oft, ob das, was wir tun, genug ist. Ob es überhaupt etwas nützt. Wir machen natürlich weiter, denn etwas in die richtige Richtung zu tun, ist besser als gar nichts zu unternehmen. Noch wichtiger: Wir müssen jetzt alle überzeugen. 

 

Mehr über arekapak  →  www.arekapak.de

 

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